2010 erkannten einige Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe und das Land Oberösterreich die Notwendigkeit, sich über den Umgang mit Paarbeziehungen, wie sie sich natürlich im täglichen sozialen Miteinander an Arbeitsplätzen oder in Wohngruppen ergeben können, Gedanken zu machen. Man beschloss dieses komplexe Thema in einer Arbeitsgruppe zu behandeln und einen Kriterienkatalog zum praxisbezogenen Umgang mit zwischenmenschlichen Lebensrealitäten zu erarbeiten. Das "Gütesiegel Sexualität und Behinderung" entstand.

Heuer, 8 Jahre, viele Sitzungen, Überlegungen, Befragungen und Bewertungen später, wurde am 12. November dieses Gütesiegel erstmals im festlichen Rahmen verliehen. Zu den ersten, die den Zertifizierungsprozess erfolgreich abschließen konnten, zählen der Verein WOGE, einige Einrichtungen von Caritas INVITA, ASSISTA Soziale Dienste, und einige Einrichtungen der Volkshilfe.

Wir gratulieren recht herzlich!

 Frau Landesrätin Gerstorfer steht an einem Pult mit Mikrofon und hält eine Rede zur erstmaligen Verleihung des Gütesiegels Sexualität und Behinderung
       Rede Landesrätin Birgit Gerstorfer, Quelle: Land Oberösterreich
       
Frau Anna Wolfesberger hält einen Vortrag über die Entstehung, den Inhalt und die große Bedeutung des Gütesiegels Sexualität und Behinderung
Vortrag Anna Wolfesberger, Quelle: Land Oberösterreich
        
   Alfred Prantl hält eine Rede über die Bedeutung des Gütesiegtels für das Zusammenleben beeinträchtigter Menschen
Rede Alfred Prantl
Quelle: Land Oberösterreich
Weitere Fotos zur Veranstaltung finden Sie auf der Homepage des Landes Oberösterreich unter dem Link
https://www2.land-oberoesterreich.gv.at/internetfoto/BrowseDocuments.jsp?folderId=51237&mandantId=18&year=2018&week=46

Als Teil der Plattform für bedürfnisgerechte Persönliche Assistenz, hatten wir im Vorfeld nur eine vage Hoffnung, dass die Podiumsdiskussion unter dem Motto "Chancengleichheit chancenlos? - 10 Jahre OÖ Chancengleichheitsgesetz... Bitte warten... bitte warten... bitte warten..." doch von einigen interessierten Betroffenen oder engagierten Menschen besucht werden würde. Das Platzangebot im "Redoutensaal" des Promenadenhofes in Linz reichte schließlich nicht aus um dem Besucheransturm gerecht zu werden. Als Mitveranstalter waren wir nätürlich hoch erfreut über das zahlreiche Publikum.

Die große Resonanz der Veranstaltung zeigte allerdings auch eine äußerst unerfreuliche Tatsache: 10 Jahre nach Inkrafttreten des OÖ. Chancengleichheitsgesetzes und der UN Behindertenrechtskonvention, gibt es in Oberösterreich nach wie vor  insgesamt mehr als tausend beeinträchtigte Menschen, denen ihr Recht auf eine Arbeit, die ihren Talenten und Wünschen entspricht, eine Wohnung, die ihnen gefällt und Persönliche Assistenz, die sie in die Lage versetzt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und nach ihren Vorstellungen zu gestalten, vorenthalten wird.

Ein Teil von ihnen war am 13. November 2018 zu Gast bei der Podiumsdiskussion und meldete sich lautstark zu Wort. Der andere, weitaus größere Teil jedoch, konnte auf Grund der vorenthaltenen Persönlichen Assistenz nicht einmal anwesend sein, um für ihr Recht auf Unterstützungleistungen einzutreten. Sie bleiben nach wie vor unsichtbar und ungehört.

Denn egal ob man den Bedarf nach einer ChG-Leistung nun als "sehr dringend", "dringend" oder "nicht dringend" einstuft - es bleiben die unwürdigen Lebenssituationen zahlloser beeinträchtigter Menschen und ihrer Angehöriger, die einfach nur ihr Leben ihren Vorstellungen entsprechend gestalten und gleichberechtigt Teil der Gesellschaft sein wollen.

Ob die Politik unsere Forderungen endlich als Grundrecht erkennt, das eigentlich selbverständlich sein sollte, bleibt offen. 10 Jahre nachdem ein OÖ Chancengleichheitsgesetz in Kraft gesetzt wurde, darf der darin festgeschriebene Rechtsanspruch nicht immer eine Frage der Finanzierbarkeit bleiben. Es sollte endlich auch ein politischer Wille zur Schaffung von Chacengleichheit samt entsprechender budgetärer Prioritätensetzung erkennbar werden!

Sonst könnte man langsam geneigt sein, die Frage zu stellen:

Leidet die oö. Behindertenpolitik ihrerseits an einer Mobilitätseinschränkung?

Wir bleiben dran! Vielen Dank für die zahlreiche Teilnahme!

Hier einige Fotos zur Podiumsdiskussion...

Blick von hinten über Publikum auf Podium

 

 Diskutantinnen am Podium

 Diskutantinnen am Podium

 

Liebe Interessenvertreter*innen, Angehörige, Mitstreiter*innen und Freunde!

Es ist höchste Zeit, Sie/Euch wieder einmal zu ermutigen für Ihre/Eure Rechte, das OÖ Chancengleichheitsgesetz betreffend, einzutreten. Sie/Ihr seid herzlich Eingeladen zur Podiumsdiskussion:

 „Chancengleichheit chancenlos? – 10 Jahre OÖ Chancengleichheitsgesetz … Bitte warten … bitte warten … bitte warten

 am 13.11.2018 um 17:00 Uhr in den Redoutensälen im Landhaus, Promenade 39, 4020 Linz.

 Fordern wir gemeinsam die Politik auf, die versprochenen Leistungen endlich umzusetzen! Bitte leitet die Infos weiter und stellt den Folder und das Plakat (im Anhang) auf Ihre/Eure Internetseiten.

 Herzlichen Dank! Wir freuen uns auf Euer/Dein kommen!

 

Datum 13.11., Uhrzeit 17:00 Uhr, Ort Promenade 39

 

Unter dem Motto "Manege frei für die Kunst der Töpferei" präsentiert Pro Mente Oberösterreich vom 27. Mai bis 30. September verschiedene Kreationen aus Ton, die von den  Künstlerinnen und Künstlern der pro mente oö Tagesstruktur Freistadt geschaffen wurden. Zu bewundern sind die Kunstwerke im

"Hafnerhaus", Hafnerstraße 5, 4262 Leopoldschlag

Achtung! Das Hafnerhaus ist nicht barrierefrei. Am 1. Juli ab 10:00 Uhr werden die Kunstobjekte allerdings für einen Tag im Garten des Hafnerhauses gezeigt, damit auch Besucher mit Gehbehinderung oder Rollstuhl die Ausstellungsstücke bewundern können. Nähere Informationen stehen in der Einladung oder in der Zusatzinfo.

Das Organisationsbüro für die 24-Stunden-Pflege und Mobile Dienste ist die neue Anlaufstelle für Menschen, die eine 24-Stunden-Pflege brauchen oder nur Unterstützung bei der Grundversorgung und  altäglichen Tätigkeiten. Aber auch für Menschen, die auf eine Leistung nach dem OÖ Chancengleichheitsgesetz warten, können über das Organisationsbüro praktikable Übergangslösungen gefunden werden. Nähere Angaben zum Beratungsangebot stehen im Folder.

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